Barnimer Busgesellschaft

Deutschlands ältester O-Busbetrieb

VANDALISMUS - KEIN KAVALIERSDELIKT!


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Beschmierte und verätzte Fensterscheiben, zerkratzte und aufgeschlitzte Sitzpolster, aus der Verankerung gelöste Haltegriffe, sinnlos zerschlagene Scheiben an Haltestellen...

Die Liste der täglich entstehenden Vandalismusschäden für die Barnimer Busgesellschaft ist lang. Die entstehenden Kosten immens.



VANDALISMUS IM ÖPNV


Vandalismus bezeichnet laut Definition blinde Zerstörungswut oder gar Zerstörungslust an fremden Eigentum. Als Gründe werden stimulierender Zeitvertrieb, aggressive Abreaktion von Wut oder einfach nur Imponiergehabe genannt - ohne darüber hinausgehenden Sinn.


Auch die Barnimer Busgesellschaft kämpft mit diesem sinnlosen Zeitvertreib. Jährlich entstehen dem Unternehmen so Kosten in Höhe von 80.000 bis 90.000 EUR.
Allein die Kosten für die Entfernung der Graffitis und sonstigen Schmierereien in und an den Fahrzeugen, den Haltestellen und den Fahrplänen belaufen sich auf jährlich knapp 15.000 EUR. Tendenz steigend.




DIE VERSCHIEDENEN SCHÄDEN


Die Arten und die Anzahl der Häufigkeit der Vandalismusschäden nehmen mit Nähe zur Hauptstadt Berlin zu. Wurde noch vor wenigen Jahren lediglich das Beschmieren der Fahrzeuge beklagt, so nehmen neue Formen des Vandalismus, beispielsweise das „Etching“ stetig zu und werden inzwischen auch für nichtsahnende Fahrgäste zur Lebensbedrohung.

Unter dem Begriff „Etching“ versteht man das Hinterlassen von Ätzspuren (meistens Fluorwasserstoffsäure) mit Hilfe eines Markers, in Form eines Filzstiftes. Die hochgiftigen Säurereste auf den Objekten können in den Stoffwechsel eindringen und werden somit für alle Fahrgäste lebensgefährlich.

Dagegen harmlose, aber nicht weniger sinnlose und verärgernde Varianten des Vandalismus sind „Graffitis“ und „Scratchings“. Bei einem „Scratching“ werden mit Hilfe von scharfen und spitzen Gegenständen wie Messer, Nothammer, Scheren, Steine oder sonstigen Werkzeugen Bilder oder Tags, ein persönlicher Schriftzug eines Sprayers, in Glas- oder Plastikoberflächen gekratzt.
Der Austausch der zerkratzten Scheibe ist anschließend unumgänglich, denn jede Beschädigung im Schichtaufbau des Glases erhöht das Risiko von Scheibensprüngen und -splitterung.

Graffitis, angebrachte Bilder oder Schriftzüge auf Oberflächen, gehören leider schon zum alltäglichen Stadtbild und finden sich auf den Fahrzeugen, auf und an den Fahrgastsitzen und freien Flächen ebenso wieder wie an Haltestellen, auf den Fährplänen oder den Stadtanzeigern.

Weitere weitverbreitete Arten des Vandalismus in und an den Fahrzeugen sind:

  • Beschmieren, Bekleben und Verkleben (Kaugummi, Paketband) und Zerkratzen der Fensterscheiben
  • Aufschneiden, Aufschlitzen, Beschmieren und Bekleben der Fahrgastsitze
  • Lösen von Haltegriffen und HaltestangenLösen der Fahrgastsitze aus den Vorrichtungen
  • Missbrauch und Entwendung der Nothämmer in den Fahrzeugen.


Auch Wartehäuschen und Haltestellenschilder sind begehrte Vandalismusziele.
Hier gilt es zu folgendes zu beklagen:

  • verbogene, abgeknickte und beschmierte Haltestellenschilder
  • beschädigte, beschmierte Fahrplantaschen
  • zerkratzte oder gar zerschlagene Glasvitrinen


 


Beschmierter Innenraum in einem Bus

Zerstörte Glasvitrine in Eberswalde, Ostend

Mutwillig verbogener Haltestellenmast in Bernau

Zerkratze O-Bus-Scheibe

LEBENSGEFAHR DURCH VANDALISMUS


Unabhängig der entstehenden Kosten, stellen Vandalismusschäden immer auch eine Gefährung der Allgemeinheit dar und beeinträchtigen die Sicherheit aller Fahrgäste. So könnte beispielsweise ein gelöster Haltegriff in einer gefährlichen Verkehrssituation nicht den entsprechenden Schutz gewährleisten. Stürze, Stauchung und Knochenbrüche wären mögliche Folgen.

Schlimmere Folgen resultieren aus dem Freilegen der Hochspannungsleitungen durch das unbefugte Öffnen der Seitenklappen im O-Bus. Hochspannungsleitungen von bis zu 600 V Gleichstrom sind absolut lebensbedrohlich. Und auch an den Haltestellen können zerschlagene Glasvitrinen zu schlimmen Schnittverletzungen führen.


VIDEOÜBERWACHUNG IN DEN FAHRZEUGEN


Als vorbeugende Maßnahme und um diesen Schäden Einhalt zu gebieten, die Kosten zu reduzieren und die Täter identifizieren zu können, installierte die Barnimer Busgesellschaft 2004 in den Stadtfahrzeugen erstmals ein Videoüberwachungssystem.

Seither wird der Fahrgastinnenraum videoüberwacht und alle Fahrten aufgezeichnet.
Dies bietet besonders die Möglichkeit, Täter zu stellen und mit Hilfe der Polizei ausfindig zu machen.

Entdeckte Vandalismusschäden werden vom Fahr- oder Werkstattpersonal gemeldet. Und ein entsprechender Sachbearbeiter im Hause der Barnimer Busgesellschaft kann dann mit Hilfe der Zeitangabe die Tatbilder herausfiltern und der Polizei zur Verfügung stellen.

Seit Einführung dieser Überwachung sind die Vandalismusschäden in den Fahrzeugen der Barnimer Busgesellschaft merklich zurückgegangen. Dennoch, Vandalen werden auch durch Videoüberwachungssysteme nicht von ihrer Handlung abgehalten, sie erhöhen aber zumindest die Hemmschwellen.


WAS KANN JEDER EINZELNE TUN?


Entdecken oder Beobachten Sie gar während der Fahrt einen Vandalen, dann teilen Sie Geschehenes unserem Fahrpersonal mit.
Denn anhand unserer Videoüberwachung können wir - auch im Nachhinein - die entsprechenden Täter ausfindig machen und die Sachbeschädigung zur Anzeige bringen. Vielleicht sind Sie auch so mutig und sprechen den Täter direkt an. Gehen Sie dabei aber bitte keine unnötigen Risiken ein und wenden sich an das Fahrpersonal.